Freitag, 4. August 2017

Paper Piecing - ein langer Weg

So wie viele andere Näher/innen vermutlich auch, hebe ich die Reststoffe von meinen größeren Nähprojekten (Webware) gern auf. Vielleicht lässt sich aus dem Rest ja noch was machen. Bis Ende letzten Jahres war die minimale "noch gut"- Größe so etwa 10 cm im Quadrat. 

Mit dem Start des "6 Köpfe - 12 Blöcke - Sew Alongs" im Januar fand hier ein Umdenken bei mir statt. Meine "noch gut" - Größe fing an in Inch bewertet zu werden und hielt sich einige Monate bei 2,5 Inch im Quadrat ( also ca. 6 cm im Quadrat). Ich fing an, meine Reste immer gleich bei "Anfall" in 2,5 Inch Quadrate zuzuschneiden und nach Farben zu sortieren! Ich habe mir sogar eine Schneideschablone in der Größe zugelegt.


Und dann stieß ich beim Stöbern in Gesines Blog ("Allie and me design") auf diese total süßen Schlüsselanhänger. Und auf "Paper Piecing". "Was ist das denn?" dachte ich mir. Gesine hat es zwar beschrieben und ihre WIP-Bilder sind ja auch allerliebst, aber kapiert habe ich das nicht. Auch diverse Lese-Anleitungen und YouTube-Videos waren immer nur beim Lesen/Anschauen logisch. Beim Nachmachen hat es auch nicht geklappt.

Ich habe das "Paper Piecing" also erst einmal als "zu kompliziert" beiseite geschoben und mich beim Sew Along auf das "normale" Patchwork konzentriert ;))

Aber diese süßen Schlüsselanhänger gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Beim "Dutchman´s Puzzle" im Mai fielen sie mir wieder ein. Ich habe mir kleine Schablonen berechnet und nach dem Prinzip des Blocks kleine Flying Geese genäht. Was für eine Fummelei. Nach 7 Gänsen habe ich aufgegeben. Für einen einlagigen Schlüsselanhänger hat es gereicht! (Der hing nun als ständige Erinnerung über meinem Schneidetisch!) Aber die Machart ist viel zu aufwändig und vor Allem zu fehleranfällig. Man sieht es ja: nicht besonders gleichmäßig und die ein oder andere Ecke fehlt.


Und heute ist der Knoten nun endlich geplatzt. Beim Aufräumen sind mir kleine Stoffreste in die Hände gefallen. Schmale Streifen. Vielleicht 2 Inch breit und ewig lang. Eigentlich zu schmal für alles, was mir so einfällt. Aber ich finde den Stoff soooooo schön und durch die Länge auch viel zu schade zum Wegschmeißen. Also habe ich das Projekt "Paper Piecing" jetzt doch noch einmal neu aufgerollt.

Und so wie heute, hätte ich es schon gleich machen sollen. Gesine hatte in ihrem Schlüsselanhänger-Blog-Eintrag auf das E-Book von Michael Ann verlinkt. Das habe ich mir gekauft und dann ganz langsam Schritt für Schritt einfach GEMACHT! Und auch wenn ich nicht so der Fremdsprachentyp bin und mich da eher schwer tue, so haben Anleitung und Bilder den erhofften Durchbruch gebracht. Vielleicht aber auch gerade WEIL es in englisch war und ich so gezwungen war, sorgfältig zu lesen und mir die Bilder genau anzuschauen.


Und wenn der Anfang einmal gemacht ist, dann sind 16 Gänse schnell genäht. Immer gleich: Gänsestoff, Himmel rechts, Himmel linkt, Gänsestoff, trimmen, Himmel rechts, Himmel linkt, Gänsestoff, trimmen... Ich bin sooo happy mit diesem, meinem ersten erfolgreichen PP-Projekt!!
Einzig das Herauspopeln der Mini-Papierstückchen ist schon etwas ... anstrengend ;)


Ich habe noch zwei solche Schlüsselanhänger-Rohlinge da. Ich glaube, ich muss das gleich noch einmal üben. Oder noch zwei Mal :))))


Verlinkt beim Freutag und den Stoffresten.

Kommentare:

  1. Liebe Vera,

    dein Schlüsselanhänger sieht klasse aus...auch deine Stoffwahl finde ich richtig klasse!

    Mir ging es ähnlich wie dir...aber wenn der Knoten erst einmal geplatzt ist ist die Paper Piecing Technik einfach nur genial...und auch ich habe mir hier ein paar Projekte zum Üben genommen und inzwischen mag ich es sehr. :)

    Viele liebe Grüße die Nähbegeisterte

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  2. Liebe Vera, wahnsinn, was DU alles tolles aus noch so kleinen Stoffresten zauberst! Ich hätte da wohl keine Geduld für *hüstel* - umso mehr bewundere ich Deine Werke!! Liebe Grüße! Nicole

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